Warum gibt es den Preis?

Die Themen Arbeitsbedingungen, Existenzlöhne sowie Schutz- und Sicherheitsmaßnahmen in der Textil- und Bekleidungsindustrie müssen sowohl in den Ländern des globalen Südens als auch bei uns in Politik und Öffentlichkeit platziert und eine Verbesserung der Bedingungen eingefordert werden. Dazu soll auch dieser Preis dienen, den cum ratione -Gesellschaft für Aufklärung und Technik gemeinsam mit dem INKOTA-netzwerk im Jahr 2016 erstmals vergeben hat.  INKOTA engagiert sich seit vielen Jahren innerhalb des internationalen Netzwerks der Clean Clothes Campaign Kampagne für Saubere Kleidung und macht sich für die Verbesserung von Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie stark. Dabei geht es konkret um das Recht zur Gründung von Gewerkschaften und unabhängigen Tarifverhandlungen, um Frauenrechte, Arbeitsschutz und einen Lohn zum Leben – den Existenzlohn. INKOTA konfrontiert Textil- und Bekleidungsunternehmen und die Politik mit den menschenrechtlichen Defiziten in den globalen Lieferketten und fordert sie auf, den Selbstverpflichtungen Taten folgen zu lassen.  In Deutschland führen zahlreiche unterschiedliche Gruppen in diesem Themenfeld immer wieder Protestaktionen durch, um die Öffentlichkeit auf die Missstände vor allem bei Zulieferbetrieben in Asien aufmerksam zu machen. Solche Proteste haben dazu beigetragen, dass Opfer entschädigt worden oder zu ihrem Recht gekommen sind. Die Vorbereitung solcher Aktionen erfolgt in Arbeitsgruppen – Informationen werden ausgetauscht, Ideen gesammelt und Themen diskutiert. Anschließend geht es an die Umsetzung: Spektakuläre Slogans werden ausgedacht, Flyer entworfen und Plakate gestaltet. Schließlich wird im öffentlichen Raum etwa unter dem Motto „Rechte für Menschen und Pflichten für Unternehmen“ Flagge gezeigt. Mit dem von cum ratione gGmbH und INKOTA-netzwerk ausgeschriebenen Preis soll solches Engagement in besonderer Weise gewürdigt und der inhaltliche Kern ein weiteres Mal lanciert werden: „Aktionspreis gegen die dunkle Seite der Modeindustrie“. Über einen Zeitraum von insgesamt sieben Monaten wird ein Wettbewerb ausgerichtet, bei dem Gruppen, die sich im Bereich der Textil- und Bekleidungsindustrie engagieren, teilnehmen können. Der Preis „Die Spitze Nadel“ wird für Aktionen an Gruppen, Vereine oder Initiativen vergeben, deren Aktivitäten darauf abzielen, zivilgesellschaftliches Engagement zu stärken oder öffentliche Aufmerksamkeit zu erzielen, wodurch die Menschenrechte bei der Arbeit in der globalen Lieferkette thematisiert werden. Der Preis wird für die erfolgreiche Durchführung der „Aktionsidee“ verliehen. “Die Spitze Nadel“ soll dazu beitragen, dass sich Menschen im globalen Norden kritisch mit den gesellschaftlichen Verhältnissen im globalen Süden auseinandersetzen. Den Initiatorinnen und Initiatoren geht es um die Stärkung von sozialen Bewegungen bzw. der Zivilgesellschaft durch die Auseinandersetzung mit den Wechselwirkungen globaler Handelsbeziehungen. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Das Preisgeld kann von den Preisträger/innen frei für die eigene Arbeit eingesetzt werden.

Der Wettbewerb und die Auslobung des Preises finden im Rahmen entwicklungspolitischer Aktivitäten statt, die zur Verbesserung der Bedingungen in der Textil- und Bekleidungsindustrie beitragen. Thematische Grundlage der Zielformulierungen ist das Engagement für die Menschenrechte bei der Arbeit innerhalb der globalen Lieferkette der Bekleidungsindustrie und die Verpflichtung von Unternehmen. Folgende Ziele werden dabei verfolgt:

  • Steigerung der öffentlichen Aufmerksamkeit
  • Förderung kritischen Bewusstseins und zivilgesellschaftlichen/entwicklungspolitischen Engagements
  • Anerkennung und Förderung von nachhaltigen öffentlichen und politischen Aktionen • Stärkung der Vernetzung von entwicklungspolitisch aktiven Gruppen
  • Mobilisierung von Gruppen und Einzelpersonen
  • Bildungs- und Bewusstseinsarbeit durch einen gemeinsamen Aktionsworkshop
  • Stärkung von Expertise/Wissen zur Durchführung von Aktionen mittels Fortbildungsangebot, Aktionstraining und Workshop

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